Holzbauten und Co-Living für Silver Ager: Wie Timber Tower unsere Stadt verändern werden
85.000 Menschen über 65 Jahre leben in Köln, Tendenz steigend. Gleichzeitig fehlen uns etwa 30.000 Wohnungen. Die Lösung für beide Herausforderungen könnte in den nächsten Jahren buchstäblich in die Höhe wachsen, in Form von sechsgeschossigen Timber Towern aus nachhaltigem Holz, die modernes Wohnen mit Gemeinschaft verbinden.
Wenn ich über die Zukunft des Wohnens in Köln spreche, sehe ich zwei Entwicklungen, die in den nächsten Jahren eine große Rolle spielen werden. Zum einen wird der Holzbau durch moderne Timber Tower zu einem wichtigen Baustein der innerstädtischen Nachverdichtung. Zum anderen entsteht ein neuer Bedarf in der wachsenden Generation der Silver Ager, die gemeinschaftlich und gleichzeitig selbstbestimmt wohnen möchte. Beide Themen greifen ineinander und eröffnen Chancen, die wir in Köln bewusst nutzen sollten.
Timber Tower in Köln: Warum sechsgeschossige Holzbauten so viel Potenzial haben
In vielen Gesprächen mit Eigentümern, Investoren und Projektentwicklern spüre ich, wie groß der Bedarf an schnellen und nachhaltigen Wohnlösungen in Köln geworden ist. Genau hier wird moderner Massivholzbau relevant. Sechsgeschossige Timber Tower bieten eine Lösung, die sowohl ökologisch als auch städtebaulich überzeugt.
Holz ermöglicht Bauzeiten von acht bis zehn Monaten, während herkömmliche Betonbauten 18 bis 24 Monate benötigen. Das bedeutet nicht nur eine Zeitersparnis von bis zu 60 Prozent, sondern auch deutlich weniger Lärmbelastung während der Bauphase. Gerade in dicht bebauten Veedeln wie Ehrenfeld, Nippes oder Sülz ist das ein wichtiger Vorteil.
Hinzu kommt die Klimabilanz. Massivholz reduziert den CO₂-Fußabdruck um bis zu 40 Prozent, da die graue Energie im Vergleich zu Stahl und Beton deutlich niedriger ausfällt. Ein Timber Tower mit sechs Geschossen bietet je nach Grundfläche rund 1.200 bis 1.800 Quadratmeter Wohnfläche und trägt damit spürbar zur Nachverdichtung bei. Gleichzeitig vermitteln Holzoberflächen ein warmes, angenehmes Wohnklima, das sehr gut zu modernen Urban Living Konzepten passt.
Die Herausforderungen sind real, aber lösbar
Natürlich gibt es Hürden. In der Praxis sehe ich vor allem drei Bereiche, die besondere Aufmerksamkeit erfordern: Brandschutz, Schallschutz und Wirtschaftlichkeit. Mehrgeschossiger Holzbau erfordert spezielle F90-Brandschutzkonzepte mit kapselnden Beplankungen. Beim Schallschutz sind bauphysikalische Nachweise für Luft- und Trittschallschutz nach DIN 4109 notwendig. Und beim Feuchteschutz ist eine sehr sorgfältige Detailplanung wichtig.
Die größte Herausforderung ist derzeit die Wirtschaftlichkeit. Hochwertige Massivholzbaustoffe wie Brettschichtholz und Brettsperrholz sind aktuell noch 15 bis 20 Prozent teurer als Betonfertigteile. Diese Mehrkosten schrecken viele Investoren ab, auch wenn die Tendenz sinkend ist und sich durch kürzere Bauzeiten teilweise ausgleichen lässt.
Dennoch bin ich überzeugt vom Potenzial. Das „Roots“ Gebäude in Hamburg zeigt eindrucksvoll, wie sechsgeschossige Holzbauten in urbanen Quartieren funktionieren können. Dort entstanden 181 Wohneinheiten mit gemeinschaftlichen Dachgärten und innovativem Energiekonzept. Die Bauzeit lag bei nur 14 Monaten. Für Köln könnte ein vergleichbares Pilotprojekt ein wichtiger Türöffner sein. Besonders attraktiv ist die Möglichkeit, Baulücken in Ehrenfeld, Deutz oder der Südstadt schneller zu schließen und dabei gleichzeitig moderne Co-Living-Flächen zu schaffen.
Co-Living für Silver Ager: Eine unterschätzte Zielgruppe
Wenn wir über Future Living in Köln sprechen, dürfen wir die Generation der 55 bis 75 Jahre nicht unterschätzen. Diese Altersgruppe macht bereits 16 Prozent der Kölner Bevölkerung aus, also über 85.000 Menschen. Viele sind finanziell stabil, urban geprägt und sehr aktiv. Gleichzeitig wohnen viele seit Jahrzehnten im selben Veedel, oft in Wohnungen oder Häusern mit 110 bis 140 Quadratmetern, die inzwischen zu groß geworden sind.
Hier entsteht ein Bedarf, den klassische Seniorenimmobilien bisher nicht abdecken. Die meisten Silver Ager suchen keine betreute Einrichtung, sondern wünschen sich eine Wohnfläche von 60 bis 80 Quadratmetern, soziale Nähe, Gemeinschaft und verlässliche Serviceangebote, ohne ihren selbstbestimmten Lebensstil aufzugeben. Genau an dieser Stelle setzen moderne Co-Living Konzepte an.
Was macht erfolgreiches Co-Living für Silver Ager aus?
Die besten Konzepte verbinden Basisleistungen mit optionalen Services. Zur Grundausstattung gehören Gemeinschaftsräume, ein Concierge Service, intelligente Smart Home Assistenzsysteme, barrierefreie Grundrisse und moderne Co Working Bereiche. Optional können Hauswirtschaftsdienste, Pflegeleistungen, Mobility Sharing, Fitnessangebote oder kulturelle Programme hinzugebucht werden.
Holzbau hat dabei einen unerwartet großen Vorteil. Holz vermittelt Wärme und Natürlichkeit und macht den Schritt in ein neues Wohnmodell leichter als ein klassischer Betonneubau. Außerdem lassen sich Holzbauten später flexibel anpassen, wenn Räume umgestaltet, zusammengelegt oder barrierearm erweitert werden müssen.
Aktuell ist Co Living für Silver Ager noch eine Nische. Doch in sechs bis acht Jahren wird es meiner Einschätzung nach ein fester Bestandteil der Quartiersentwicklung sein. Besonders in Veedeln wie Lindenthal, Sülz, Rodenkirchen oder Nippes sehe ich großes Potenzial.
Was sich planungsrechtlich 2025 bis 2028 ändern wird
Beim Thema Holzbau sind wir in Köln noch nicht am Ziel. Die planungsrechtlichen Rahmenbedingungen bremsen viele Projekte aus, vor allem der Umgang mit mehrgeschossigen Holzbauten. Doch es gibt Fortschritte.
Die Holzbauinitiative NRW plant deutliche Verbesserungen. 2025 sollen Baugenehmigungen für Holzbauten bis sechs Geschossen vereinfacht werden. 2026 soll die Landesbauordnung NRW angepasst werden, sodass Holzbau dem Massivbau gleichgestellt wird. 2027 sollen Förderprogramme für nachhaltiges Bauen erweitert werden, und 2028 wird ein deutlicher Anstieg der Holzbauquote erwartet.
Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung NRW hat das Ziel ausgegeben, bis 2030 mindestens 20 Prozent aller Neubauten in Holzbauweise zu errichten. Bis diese Änderungen vollständig wirksam sind, bleibt der Aufwand für Investoren jedoch hoch. Dennoch lohnt sich der Blick nach vorne. Sobald die bauordnungsrechtlichen Grundlagen klarer geregelt sind, wird der Holzbau in Köln spürbar an Fahrt aufnehmen.
Fazit: Köln steht vor einer Chance, die wir nutzen sollten
Future Living ist für mich kein theoretisches Zukunftsthema, sondern eine konkrete Entwicklung, die wir in Köln schon heute vorbereiten können. Modulare Holzbauten sind eine nachhaltige und schnelle Antwort auf den Wohnraummangel. Co Living Konzepte bieten eine attraktive Lösung für eine wachsende Zielgruppe, die urban leben und gleichzeitig Gemeinschaft erleben möchte.
Wenn die planungsrechtlichen Voraussetzungen in NRW weiter angepasst werden, werden wir in Köln in den kommenden Jahren deutlich mehr Timber Tower sehen. Als Makler und Marktbeobachter bin ich überzeugt, dass wir diese Chance aktiv gestalten sollten. Denn genau hier entstehen die Wohnformen, die Köln in Zukunft braucht: nachhaltig, sozial und nah am Leben der Menschen.
Sie planen ein Bauprojekt in Köln oder möchten mehr über Co Living Konzepte für Silver Ager erfahren? Lassen Sie uns sprechen. Ich freue mich auf den Austausch.
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