Hausfassaden: Baustil-Mix Tür an Tür

Hausfassaden: Baustil-Mix

Köln und das Rheinland galten schon immer als die wichtigsten Standorte der Industrie im Land. Und das nicht nur heutzutage. Kein Wunder, dass Köln im zweiten Weltkrieg nahezu dem Erdboden gleich gemacht wurde. In der sogenannten „Nacht der 1.000 Bomber“ wurde Köln in Schutt und Asche gelegt. Und damit natürlich auch sein bis dahin gewachsenes Stadtbild. 95% der Häuser, Hausfassaden, Kirchen und Denkmäler wurden zerstört.

In den Jahren nach Ende des Krieges wurde Köln Stück für Stück bzw. Stein für Stein wieder aufgebaut. Manche Gebäude wurden getreu dem Original restauriert und nachgebaut. Andere dagegen wurden durch neue Gebäude ersetzt. So entstand in Köln ein bunter Mix an Baustilen. Relikte aus dem römischen Reich stehen neben modernen Glasfassaden. Stuck trifft auf Minimalismus. Kölns Hausfassaden sind also so vielfältig wie seine Bewohner.

Läuft man durch die Straßen Kölns, fallen einem bei näherem Hinsehen die vielen Baustile an den Fassaden der Häuser auch sofort auf. Aber nicht nur die Wohngebäude sind wild gemischt. Auch anhand der Sehenswürdigkeiten können die verschiedenen Baustile in Köln entdeckt werden.

Vielfältig und offen: Köln im Historismus

Der Historismus umfasst mehrerer nebeneinander bestehende Baustile. Dazu zählen unter anderem der neoromanische Stil, die Neogotik oder der Neobarock. Je nach Nutzung der Gebäude wurde einer dieser Stile verwendet. So wurden unvollendete Kirchen zum Beispiel in der Neogotik fertig gestellt. Öffentliche Gebäude dagegen eher im Neobarock. Das ist der Grund, warum die älteren Straßenzüge in Köln durch so viele unterschiedliche Hausfassaden geprägt sind. Ein klassisches Beispiel für die Neogotik: Alle Gebäude in Verbindung mit der Kölner Dombauhütte. Die Neoromantik findet man dagegen bspw. an der Kirche St. Michael am Brüsseler Platz.

Dekorativ und verspielt: Köln im Jugendstil

Dort, wo Köln nicht zerstört wurde, gibt es sie noch: Die tollen Hausfassaden im Jugendstil. Häuser dieses Baustils erkennt man an den dekorativ geschwungenen Linien und den floralen Ornamenten, die ganze Flächen einnehmen Außerdem wird beim Jugendstil die davor so genau eingehaltene Symmetrie in den Elementen aufgebrochen. Ganze Straßenzüge, in denen Häuser des Jugenstils Tür an Tür stehen, findet man bspw. rund um die Agneskirche. Neben den schmuckhaften Verzierungen findet man auch goldene Elemente, die regelmäßig aufbereitet und restauriert werden müssen.

Aktuell und zeitlos: Köln in der Moderne

Den perfekten Kontrast zu den Altbau- und Stuckwohnungen bieten die vielen modernen Gebäude in Köln. Auch unter der Moderne, die viele Jahrzente umfasst, versteht man eine Vielzahl verschiedener Baustile. Dazu zählen unter anderem der Minimalismus oder der Bauhaus-Stil. Das Hansa Hochhaus ist bspw. im Stil des Expressionismus gebaut. Ein weiteres Beispiel für ein Gebäude im modernen Baustil: Die weltberühmten Kranhäuser mit ihren großen Fassaden aus Glas. Seit viele Jahren schon prägen sie das Stadtbild von Köln.

Mix der Hausfassaden auf einen Blick

Wer den Blick von der Zoobrücke auf das Herz von Köln kennt, weiß also um die Vielzahl der zu sehenden Baustile und Hausfassaden Bescheid. Der gotische Kölner Dom. Daneben das romanische Groß St. Martin. Und im Hintergrund die Kranhäuser mit viel Glas. Wie immer beweist Köln damit: Die Stadt ist offen, vielfältig und bunt.

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