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Das Fernabsatzgesetz

Geschrieben von Goost Immobilien an 13. November 2015
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Das Widerrufsrecht nach dem Fernabsatzgesetz 

Eine neue Regelung, die für Verwirrung sorgt!

Seit dem 13. Juni 2014 gilt das Widerrufsrecht nach dem Fernabsatzgesetz auch im Bezug auf Maklerverträge und sorgt beim Verbraucher oftmals für Verwirrung. Demnach haben Verbraucher das Recht, Verträge, die dem Fernabsatzgesetz unterliegen, innerhalb einer 14-tägigen Frist zu widerrufen. Unter das Fernabsatzgesetz fallen alle Verträge, die außerhalb von Geschäftsräumen, also über das Internet, per E-Mail, Telefon, Fax oder Brief zustande gekommen sind.

Rechte, Pflichten und einige Missverständnisse!
Die Informationspflicht zum Verbraucherwiderrufsrechts bei Maklerverträgen ist theoretisch klar formuliert. In der Praxis wirft diese Praxis oft Fragen von Seiten der Vermieter bzw. Verkäufer und Mieter bzw. Käufer auf.

Wann spricht man überhaupt von einem Vertrag?

Ein Maklervertrag kommt zustande, wenn ein Kunde einen Makler beauftragt, eine passende Immobilie bzw. einen Käufer oder Mieter für eine Immobilie zu finden und der Makler diesen Auftrag annimmt.

Wie ich in meiner täglichen Arbeit immer wieder erfahre, wissen nur die wenigsten Kunden, dass es dafür keine Formerfordernisse gibt. Das heißt, ein Maklervertrag kann auch ohne ausdrückliche Willenserklärung (Text oder Schriftform) zustande kommen. Wenn sich also ein Interessent bei mir meldet, um weitere Informationen über ein provisionspflichtiges Immobilienangebot zu erhalten und ich ihm diese Dienstleistung erbringe, ist somit ein Maklervertrag zwischen dem Interessenten und mir zustande gekommen.
Somit muss ich als Makler schon bei der ersten Kontaktaufnahme meine Kunden schriftlich über ihr Widerrufsrecht belehren. Doch dies führt oft zu Irritationen.

Schneller Besichtigungstermin trotz 14-tägiger Widerrufsfrist?
Neben der schriftlichen Widerrufsbelehrung und der Belehrung über die Provision, muss ich zudem darauf hinweisen, dass der Interessent ausdrücklich verlangen kann, dass ich vor Ablauf der Widerrufsfrist mit der Leistung beginnen soll. Auch dieser Punkt sorgt verständlicherweise oft für Unverständnis und irritierte Nachfragen. Aber nur dann, wenn der Interessent dem vorzeitigen Tätigwerden zustimmt, kann und darf ich vor Ablauf der 14 Tage bereits einen Besichtigungstermin mit dem Interessenten durchführen.  

Warum soll ich mich als Makler an diese Regelung halten, wenn ich doch nur im Erfolgsfall eine Provision erhalte?

Selbstverständlich möchte ich meine Kunden nicht mit Formalitäten behelligen, deren Sinn sich ihnen nicht erschließt. Mit Einführung des „Gesetzes zur Umsetzung der EU-Verbraucherrechte-Richtlinie“ bin ich jedoch hierzu verpflichtet. Meine Kunden schriftlich, meist schon bei der ersten Kontaktaufnahme über ihr Widerrufsrecht zu informieren, um meinen Provisionsanspruch nicht zu verlieren.
Sollte ich auf die Widerrufsbelehrung verzichten, verlängert sich die Widerrufsfrist für den Interessenten um 1 Jahr, also auf 1 Jahr und 14 Tage.
Das heißt: Wenn es zum Abschluss eines Kauf- oder Mietvertrags kommt und der Maklervertrag auf Grund der verlängerten Widerspruchsfrist gekündigt wird, ist der Käufer/Mieter bzw. Verkäufer/Vermieter rein rechtlich gesehen nicht verpflichtet, eine Provision zu zahlen.

Das Widerrufsrecht nach dem Fernabsatzgesetz dient dem Verbraucherschutz. Jeder Makler, der ordnungsgemäß seiner gesetzlichen Pflicht nachkommt, kann seinen Kunden optimal helfen. Verbraucherrechte wahren und eine mögliche Provision sichern!