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Das Bestellerprinzip

Das Bestellerprinzip | Vermieten von Wohnungen und Häusern

Am 01. Juni 2015 ist das Bestellerprinzip offiziell in Kraft getreten und wird nicht erst seit diesem Zeitpunkt heiß diskutiert. Auf den ersten Blick erscheint die neue Regelung einem simplen und einleuchtenden Prinzip zu folgen. Die Redensart: „Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen.“ bringt es ganz gut auf den Punkt. Was dies konkret beim Vermieten von Wohnungen und Häusern bedeutet, beleuchten wir hier in diesem Beitrag.

Natürlich ist es durchaus nachvollziehbar, das derjenige, der eine Dienstleistung in Auftrag gibt, dafür auch die Kosten zu tragen hat. Die aktuelle Fassung des Bestellerprinzips bringt jedoch Praxismängel mit sich. Weder Mieter, noch Vermieter als auch die Makler gehen nicht unbedingt als Gewinner vom Platz. Eine Wohnung oder ein Haus zu vermieten in Köln bringt also neue Regeln mit sich, die wir nachstehende näher betrachten.

Der Teufel steckt wie immer im Detail beim Bestellerprinzip!

Das Bestellerprinzip gilt ausschließlich für Mietverhältnisse und soll vor allem den Mieter vor hohen Kosten schützen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass der Schutz sich auch zur echten Bremse für den Wohnraumsuchenden entwickeln kann.

Ein Beispiel aus meiner Praxis

Herr M. aus Münster beauftragt mich mit der Suche nach einer passenden Mietimmobilie für ihn und seine Familie in Köln-Nippes. Da Herr M. mich mit der Suche nach einer Mietwohnung beauftragt hat, habe ich gemäß des Bestellerprinzips bei erfolgreicher Vermittlung Anspruch auf die Zahlung einer Provision aus seiner Tasche.

Variante A: Alle Beteiligten sind zufrieden im Ziel!

Ich begebe mich auf die Suche, finde ein entsprechendes Objekt, welches ich bisher noch niemandem angeboten habe und es kommt zur Besichtigung. Herr M. ist begeistert, der Mietvertrag wird unterschrieben und ich erhalte die Provision. (Bestellerprinzip Mieter)

Variante B: Keiner der Beteiligten hat sein Ziel erreicht!

Ich begebe mich auf die Suche, finde ein entsprechendes Objekt, welches ich bisher noch niemandem angeboten habe und es kommt zur Besichtigung. Kurz nach der Besichtigung ändert Herr M. seine Suchkriterien und beauftragt mich mit einer erneuten Suche.

Er weist mich jedoch daraufhin, dass seine Schwester, die ebenfalls dringend eine Wohnung suche, von dem Objekt in Nippes begeistert wäre.

(An diesem Punkt zeigt sich eine der Tücken des Bestellerprinzips!)

Ich darf der Schwester von Herrn M. diese Wohnung nicht mehr provisionspflichtig anbieten. Denn diese Wohnung habe ich nicht speziell für sie, sondern exklusiv für ihren Bruder gesucht habe. Wirtschaftlich gesehen ist diese Wohnung für mich verbrannt. Um eine Provision zu erhalten, müsste ich für die Schwester eine neue Wohnung suchen, auch wenn die Wohnung in Nippes hundertprozentig ihren Suchkriterien entspricht und sie von dieser begeistert ist.
In diesem Fall kann auch der Vermieter mir nicht den provisionspflichtigen Auftrag erteilen, die Immobilie anzubieten. Denn das Gesetz sieht vor, dass ich exklusiv wegen eines einzigen Vermittlungsauftrags für eine Partei tätig geworden sein muss.
Sollte ich ihr die Wohnung trotzdem anbieten und Provision annehmen, müsste ich mit einer Geldbuße von bis zu € 25.000,00 rechnen.

Da sollte der Gesetzgeber nochmal drüber sein Bestellerprinzip nachdenken!

Mit dem Bestellerprinzip wollte der Gesetzgeber die Mietsuchenden entlasten. Dabei wurden Fälle wie der oben von mir dargestellte entweder vergessen oder bewusst ausgeblendet. Von meiner Seite aus nicht nachvollziehbar, da ich rein wirtschaftlich gesehen für keinen Interessenten eine Mietimmobilie suchen kann. Dies stellt somit eine Verletzung meiner im Grundgesetz verankerten Berufsausübungsfreiheit da.

Das Bestellerprinzip: Welche Bedeutung das Vermieten einer Wohnung oder eines Hauses für den Vermieter oder Interessenten hat, lesen sie weiter unten.

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Wohnung oder Haus vermieten | Immobilienexperte in Köln

Goost Immobilienmakler Köln

Mittlerweile sind 5 Jahre Bestellprinzip vergangen und die Auswüchse beim Vermieten von Wohnungen zeigen ein unschönes Bild. Als Immobilienexperte in Köln vermieten wir Wohnungen und Häuser und bekommen fast täglich Anrufe von Suchinteressenten.

Diese Beschweren sich nicht nur über den Mangel an Wohnungen, sondern insbesondere über das System der Nachmietersuche. So werden nun oft Wohnungen von Mietern eingestellt, die hohe Ablösesummen für nicht mehr benötigtes Mobiliar haben möchten. Die Krux dabei ist, dass der Mieter die Daten des zukünftigen Mieters nur an den Vermieter weiterleitet, wenn dieser vorher der Übernahme des Mobiliars zustimmt.

Aufgrund der hohen Wohnungsnot in Köln, werden dann solche Übernahmeverträge unterzeichnet und oft muss das „hochwertige“ Mobiliar dann verschrottet werden, für das man gerade noch einige Tausender auf den Tisch gelegt hat.

Da wünscht man sich doch gerne den Immobilienprofi zurück, war dieser doch ein wahres „Schnäppchen“. Zudem waren dadurch die meisten Wohnungen am Markt platziert. Das ist bei der Nachmietersuche leider nicht mehr der Fall und gerade Menschen von außerhalb haben Probleme eine Wohnung in der Großstadt zu finden.

Mein Vorschlag an die Politik wäre die Provisionsteilung bei Aufträgen für das Vermieten von Wohnungen und Häusern. Dies wäre einfach an die neue Gesetzgebung der Maklergebühren beim Immobilienverkauf ab dem 23.12.2020 anzulehnen. Zudem erbringt der Makler tatsächlich eine Leistung für den Vermieter und den Mieter, beispielsweise mit Online-Besichtigungen.